Hidetada Yamagishi wird im Rahmen der Arnold Classics seine neue Trainings-DVD vorstellen. Was es auf der DVD zu sehen gibt, will er noch nicht verraten, dafür gibt er Einblick in seine Wettkampfpläne. Der Japaner will auf der Tampa Pro die Quali für die Wahl zum Mr. Olympia holen.
Hidetada dürfte dieses Jahr einer jener Athleten sein, die sich für einen Auftritt in Las Vegas kräftig ins Zeug legen müssen. Denn nachdem die IFBB Pro League die Regeln geändert hat, dürfen dieses Jahr nur Athleten in Las Vegas an den Start gehen, die im laufenden Wettkampfjahr einen Grand Prix gewonnen haben oder im Vorjahr bei der Olympia unter die Top-3 gekommen sind.
Hide macht jedoch nicht bei der Arnolds mit. Insofern bleibt ihm nur ein Grand-Prix-Sieg, um das Olympia-Ticket zu lösen. Dieses Kunststück ist ihm bisher jedoch nur ein einziges Mal gelungen.
Der Dominikaner Victor Martinez konnte am Wochenende (08.10.) im spanischen Madrid seinen Arnold-Classic-Triumph von 2007 wiederholen. Die Veranstalter zeigten sich über den Zuspruch, den die erste Arnold Classic auf europäischem Boden erhielt, erfreut und bekräftigten, dass das Mega-Event künftig in Serie gehen wird.
Victor präsentierte sich in einer überragenden Verfassung, die kaum von seiner Olympia-Form entfernt war. Sobald der Restaurant-Besitzer in das Bühnenlicht trat, wurde seine Dominanz gegenüber dem Teilnehmerfeld unbestreitbar. Seinen runden Muskelköpfen und der schieren Breite hatte die Konkurrenz schlicht nichts entgegenzusetzen.
Der ehemalige Mr. Olympia Dexter Jackson zeigte sich wie immer in einer soliden Form. Ihm fehlte jedoch die notwendige Härte, um Victor gefährlich werden zu können. Dexters Saison ist mit der Arnold Classic noch nicht zu Ende. Am 4. Dezember wird er in Miami Beach, Florida, mit Bodybuilding-Legenden wie Ronnie Coleman und Samir Bannoutt auf der Masters Pro Championships um den Sieg eifern.
Aus deutscher Sicht war das gute Abschneiden von Ronny Rockel wohl der Höhepunkt der ersten Arnold Classic Europe. Nach einer für ihn enttäuschenden Platzierung bei der Wahl zum Mr. Olympia, konnte sich der Sachse in Madrid wieder als Spitzenprofi unter Beweis stellen und holte sich damit auch zugleich die Qualifikation für das Olympia-Spektakel im nächsten Jahr. Wie er selbst verlauten liess, soll nun erst einmal eine längere Pause folgen, bevor er im nächsten Jahr wieder in das Geschehen auf der Posingbühne eingreift.
Bei den Amateuren konnte sich mit Saied Feras (Italien) der Sieger der Schwergewichtskategorie als Gesamtsieger durchsetzen.
Die Platzierungen der Arnold Classic Europe 2011
1. Victor Martinez, $40,000
2. Dexter Jackson, $25,000
3. Ronny Rockel, $15,000
4. Toney Freeman, $12,500
5. Flex Lewis, $5,000
6. Hidetada Yamagishi, $2,500
7. Robert Piotrkowicz
8. Michael Kefalianos
9. Edward Nunn
10. Alfonso DelRio
11. Sergey Shelestov
12. Martin Kjellstrom
13. Clarence De Vis
14. Zaher Moukahal
15. Alvin Small
Ronny Rockel (Platz 3) und Dexter Jackson (Platz 2)
Nach seinem vierten Platz bei der vor wenigen Wochen ausgetragenen Olympia-Wahl gilt Victor Martinez als der Titelkandidat für die Arnold Classic Europe schlechthin. Victor konnte bereits im Jahr 2007 die Arnold Classic im Original gewinnen und ist nun fest entschlossen, auch beim europäischen Ableger ganz vorne zu landen.
Seitdem sich die Arnold Classic zum Mega-Sportevent in Amerika mit internationaler Bedeutung entwickelt hat, wurden die Anfragen ausländischer Ausrichter immer zahlreicher. Mit Unterstützung des IFBB-Präsidenten Dr. Rafael Santonja bekam Madrid den Zuschlag, um europäischer Gastgeber für das Schwarzenegger’sche Sportfest zu sein.
Neben Victor Martinez werden mit Dexter Jackson, Ronny Rockel, Toney Freeman, Flex Lewis und Hidetada Yamagishi weitere Olympians in Madrid auf die Bühne treten.
Nur drei Wochen vor der Mr. Olympia-Wahl konnte Troy Alves mit einem ersten Platz auf der Phoenix Pro seinen zweiten Grand-Prix-Sieg in dieser Saison feiern. Troy stellte ein perfektes Gesamtpaket auf die Bühne, das tiefe Einschnitte und volle Muskelköpfe im Bühnenlicht glänzen ließ.
Die Konkurrenz mühte sich redlich gegen Troy anzukommen, doch war letztendlich von Anfang an dazu verdammt, dem Triumphzug als Kronzeugen beizuwohnen.
Hidetada Yamagishi kam dem Champion gefährlich nahe und hätte Troys Sieg durchaus verhindern können, wenn ihm nicht die sonst übliche Härte gefehlt hätte. Der Japaner zeigte jedoch, dass er das Zeug dazu hat, die Top-10 der Olympia-Wahl zu sprengen.
Gleiches lässt sich auch über Ed Nunn sagen, der im Laufe der Saison seine Taille deutlich verkleinert hat und nun eine extreme-V-Form aufweisen kann, die wohl zu den besten im Profi-Geschäft gehört.
Die komplette Ergebnisliste der Phoenix-Pro-Show 2011
1. Troy Alves
2. Hidetada Yamagishi
3. Edward Nunn
4. Marcus Haley
5. Alfonso Valencia-DelRio
6. Robert Piotrkowicz
7. Jeff Long
8. Abbas Khatami
8. Michael Liberatore
9. Mark Alvisi
11. Manuel Lomeli
12. Oscar Dexter
13. Fred Smalls
14. Omar Deckard
15. Phil VonKaenel
16. Benjamin Parra
16. Bola Ojex
16. Erwin Marquez
16. Grant Pieterse
16. Rod Ketchens
16. Moe Bannout
Mit Marius Dohne gewann am vergangenen Wochenende ein Mann die “Tampa Pro”, den eigentlich niemand auf der Rechnung hatte. Im Vorfeld war fast ausschließlich Hidetada Yamagishi als Titelfavorit im Gespräch.
Der Japaner gab nach beinahe einjähriger Verletzungspause sein Comeback und zeigte sich in einer sensationellen Form. Hide war zwar deutlich leichter als in der Vergangenheit, brachte dennoch die gewohnte brachiale Härte auf die Bühne. Sein geringeres Körpergewicht fiel zudem alles andere als negativ auf, denn Hide war es gelungen, den Gewichtsverlust durch eine exzellente Symmetrie und perfekte Proportionen auszugleichen. Mit der Olympia-Qualifikation in der Tasche war Hide über sein Abschneiden hoch zufrieden. Dennoch ist sein zweiter Platz eine durchaus umstrittende Entscheidung.
Marius Dohne war zweifelsohne ein würdiger Sieger. Er brachte ein komplettes Gesamtpaket nach Florida, dass das sachkundige Zuschauer zum Staunen brachte. Ende Mai noch hinterließ der Süd-Afrikaner auf der New York Pro alles andere als einen guten Eindruck und kam zurecht nicht über den neunten Platz hinaus. Doch hier in Tampa war er auf die Minute perfekt vorbereitet. Unter der papierdünnen Haut züngelten tiefe gestreifte Muskelfasern, mit denen er das Publikum auf seine Seite holte. Dennoch konnte er im direkten Vergleich nicht mit der Muskelreife eines Hidetada Yamagishi mithalten. Dass er dennoch den Grand Prix gewann, ist seiner extremen Härte zuzuschreiben.
Nachdem er in der letzten Woche beim “Toronto Pro” auf den vierten Platz kam, reitet Frank McGrath weiterhin auf einer erfolgreichen Comeback-Welle. Mit der gleichen Form, die ihm bereits in Kanada zu einer Finalplatzierung verholfen hat, konnte er nun zum ersten Mal in seiner Karriere die Top-3 eines Profi-Grand-Prixs knacken. McGrath wird definitiv ein Athlet sein, der beim diesjährigen Mr. Olympia für die eine oder andere Überraschung sorgen kann.
Die Ergebnisse vom Tampa Pro 2011
1. Marius Dohne
2. Hidetada Yamagishi
3. Frank McGrath
4. Mark Dugdale
5. Marcus Haley
6. Robert Piotrkowicz
7. Jason Huh
8. Brandon Curry
8. Khalid Almohsinawi
10. Marc LaVoie
11. Alexandre Nataf
12. Santana Anderson
13. Greg Ulysses
14. Lee Banks
15. Jerry Nicholls
16. Jonathan Rowe
Mit dem Sieg bei der Europa Super Show ist Hidetada der erste japanische Athlet, der einen IFBB Profi-Cup gewinnen konnte.
Außer Marcus Haley hatte das Teilnehmerfeld für Hidetada zwar keinen wirklichen Konkurrenten zu bieten, dennoch muss seine Leistung gewürdigt werden, denn der emsige Japaner stand in einer Form auf der Bühne, die bei der Arnold Classic durchaus für eine Top-6-Platzierung gut gewesen wäre.
Marcus Haley scheiterte an Hide auf Grund leichter Schwächen im Rücken. Dazu konnte er nicht ganz mit der Härte seines asiatischen Kontrahenten mithalten.
Betrachtet man Hidetadas bisherige Laufbahn, die mit extremen Tiefen aufwartet, so ist sein Sieg nicht nur aus sportlicher Sicht beeindruckend. Hidetada scheint seinen Kampf mit den Hürden des Lebens gemeistert zu haben.
Ergebnisse Europa Super Show 2010
Männer
1. Hidetada Yamagishi
2. Marcus Haley
3. Eugene Mishin
4. Michael Kefalianos
5. Constantinos Demetriou
6. Tarek Elsetouhi
7. Omar Deckard
8. Mark Antonek
9. Oliver Adzievski
10. Nathan Wonsley
11. Damaso Chacon
12. Stan Efferding
13. Mano Van Steenberghe
14. Joe Palumbo
Fitness-Leistungsklasse
1. Camala Rodriguez
2. Myriam Capes
3. Regiane Da Silva
4. Erin Riley
5. Kristina Rojas
6. Allison Either
7. Sylvia Tremblay
8. Nicole Duncan
9. Melissa Fredrick
10. Kayde Puckett
11. Sandi Stuart
12. Victoria Larvie
Fitness-Figurenklasse
1. Erin Stern
2. Marcy Porter
3. Cheryl Brown
4. Latisha Wilder
5. Candice Keene
6. Marie Ann Newman
7. Petra Metrl
8. Ann Titone
9. Candice John
10. Danielle Kifer
11. Elvimar Sanchez
12. Jessica Wright
13. Linda Fodor
14. Tessa Wood-Thomas
15. Listy Allen
16. Tammy Strome
16. Taylor Waldrop
16. Ginette Delhaes
16. Nina DiTommaso Morgan
Der japanische Profi-Bodybuilder Hidetada Yamagishi hatte nach seiner Haft ein furioses Comeback geplant, das in seiner zweiten Olympia-Teilnahme gipfeln sollte. Doch nun wurde ihm die Einreise in die USA verweigert.
Yamagishi plante an den folgenden drei Profi-Cups teilzunehmen: Pro Bodybuilding Weekly, Europa Pro Super Show und Atlantic City Pro, um sich die Qualifikation für den Mr. Olympia zu sichern. Seine lange Inhaftierung in den USA hatte jedoch physisch deutliche Spuren hinterlassen, die eine Olympia-Qualifikation eher als wage Hoffnung als eine realistische Chance aussehen läßt. Trotzdem malten sich seine Fans im Geiste bereits einen Hidetada in Hochform aus. Doch die Realität holte sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.
Yamagishis Entlassung aus der Untersuchungshaft wurde mit Auflagen belegt, die u.a. sein Visum betreffen. Mit Sonderanträgen versuchte Hide diese zum umgehen, musste aber nun die Teilnahme an der Pro Bodybuilding Weekly absagen, weil ihm die US-Behörden bisher keine Einreise genehmigten.
Yamagishi wurde im Dezember letzten Jahres wegen des Besitzes und Handels mit anabolen Steroiden und weiteren unter das Medikamentengesetz fallenden Substanzen am Flughafen von Los Angeles in Gewahrsam genommen und musste mehr als drei Monate in Untersuchungshaft verbringen. Sein damaliger Sponsor, ein japanisches Bauunternehmen, heuerte eine Star-Anwältin an, die bereits O.J. Simpson, Paris Hilton und andere vertrat. Sie einigte sich mit dem zuständigen Richter darauf, von einer Verurteilung abzusehen und willigte im Gegenzug Hides Abschiebung zu, die in der Regel mit einem lebenslangen Einreiseverbot verbunden ist.
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